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Kein Blitz, kein großer Moment – wie Veränderung meistens beginnt

Aktualisiert: 10. Mai

Vor einigen Tagen stand ich auf unserem Hof, die Pferde waren schon eifrig am Grasen, die Bäume hatten schicke neue Blätter – und ich dachte: Warum fällt dem Frühling das so leicht?


Landschaftsbild. Man sieht einen blühenden Kirschbaum, weitere Bäume, zum Teil schon mit Blättern, zum Teil noch kahl. Im Hintergrund sind rechts und links Hausdächer zu sehen. Im Vordergrund ein Holzzaun.


Einfach anfangen. Ohne großen Plan. Ohne zu wissen, ob es klappt.

Ich mache das gerade auch – auf meine Art. Momentan durch einen YouTube-Kurs bei Max Oberüber, der zeigt, wie man als Selbstständige mit YouTube sichtbar wird. Das ist neu für mich. Aufregend. Und definitiv sehr weit außerhalb meiner Komfortzone. Aber es fühlt sich auch nach einem leisen – ja, da lang – an. Nur so entspannt wie der Frühling bin ich dabei leider nicht. 🙃

Und das bringt mich zu dem Thema, das ich heute mit dir teilen möchte.


Veränderung – Warum, wieso und wie?


Der Frühling hat es da einfach. Er braucht keine Entscheidung. Er hat seine Marker – die Temperatur steigt, das Licht wird mehr, und los geht's.

Bei uns Menschen ist das komplizierter.

Wir haben keinen eingebauten Kalender, der sagt: Jetzt wird es Zeit für etwas Neues. Wir haben meistens nur dieses Gefühl. Leise am Anfang. Hartnäckig mit der Zeit. Ein Wissen, das etwas mehr kostet, als es bringt. Dass etwas nicht mehr passt. Dass da mehr oder etwas anderes sein muss.

Und die zwei Fragen, die dann kommen, hat sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt. Die erste ist für viele, auch für mich, leicht zu beantworten.

Was will ich nicht mehr?

Na, sprudelt es schon? Was wir alles nicht mehr wollen, was anders sein soll, das ist oft leicht gesagt.

Herausfordernder wird es dann meistens, wenn folgende Frage kommt:


  • Was will ich stattdessen?

Es gibt selten den einen Moment


Natürlich gibt es Menschen, die können den Moment genau benennen.

Den Tag, an dem alles klar wurde. Die Erkenntnis, die wie ein Blitz eingeschlagen hat.

Bei mir war das nie so.

Bei mir war es immer ein Prozess. Ein langsames Wachsen. Ein Gefühl, das sich irgendwann nicht mehr ignorieren ließ.

Als ich mit Ende 20 als Physiotherapeutin gearbeitet habe, war da dieses leise Unbehagen. Nicht jeden Tag. Aber oft genug. Die Ausbildung hatte einiges gekostet – Zeit, Geld, Energie. Die Arbeit war sinnvoll. Und trotzdem: Irgendwann war da diese Erkenntnis, die sich nicht mehr wegdenken ließ.


Das hier kostet mehr, als es bringt.


Nicht im finanziellen Sinne. Sondern im tieferen.

Später, als wir die Pensionspferdehaltung auf unserem Hof aufgegeben haben, war es ähnlich. Kein großer Knall. Sondern ein wachsendes Wissen, das irgendwann lauter war als alle Gegenargumente.


Und heute – dieser YouTube-Kurs, das Schreiben meines ersten Cozy Crime, die kreativen Projekte, die neben meiner bestehenden Arbeit als Trainerin und Coach langsam Form annehmen – auch das ist kein Blitz. Es ist ein Prozess.

Vielleicht kennst du ja auch dieses Gefühl.


Dieses Gefühl, das sich nicht festmachen lässt. Das irgendwo zwischen Unruhe und Müdigkeit sitzt. Das sich meldet, wenn es still wird – abends auf dem Sofa, morgens beim ersten Kaffee, nachts, wenn man eigentlich schlafen sollte.

Etwas ist zu eng geworden. Nicht dramatisch. Nicht von heute auf morgen. Aber eng.

Und dann – fast gleichzeitig – kommt da das andere Gefühl.

Das große Aber


Du merkst, dass etwas nicht mehr stimmt – und gleichzeitig meldet sich sofort die innere Stimme:


Aber du hast doch so viel investiert. Aber es läuft doch eigentlich gut. Aber andere würden froh sein, wenn sie das hätten.


Ich nenne das das große Aber.

Es sitzt zwischen dem Wissen, was man nicht mehr will – und dem Mut, sich zu fragen, was stattdessen kommen soll.

Mir hat geholfen, mir bewusst zu machen:

"Das Schuldgefühl ist keine Warnung. Es ist eine Einladung."

Eine Einladung, hinzuschauen, was mir wirklich wichtig ist.

Warum "Was will ich stattdessen?" so schwer zu beantworten ist


Weil wir es irgendwann aufgehört haben zu fragen.

Nicht immer aus Zeitmangel. Manchmal auch, weil die Antwort unbequem sein könnte. Weil sie etwas in Bewegung bringen würde. Weil es einfacher ist, weiterzumachen, als hinzuschauen und Dinge zu verändern. Das ist menschlich und ich finde, auch sehr verständlich. Denn jede Veränderung hat schließlich auch einen Preis und jeder Anfang wird meist aus einem Abschied geboren.


Und so ist – wenn die Frage doch kommt – eben oft erst einmal Stille.

Das bedeutet nicht, dass die Antwort fehlt. Sie ist meistens da. Nur etwas eingestaubt. Und vielleicht auch versteckt hinter der Sorge "egoistisch" zu sein.

Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die achtsam mit ihren Bedürfnissen umgehen, oft auch viel rücksichtsvoller im Umgang mit den Bedürfnissen anderer sind.


Was mir geholfen hat, meine Antworten zu finden – und was vielleicht auch dir helfen könnte:


Es gab nicht die eine Methode. Und auch nicht den einen Moment.

Es waren kleine Dinge, die sich irgendwann zu einer Richtung zusammengefügt haben.


Gespräche. Mit Menschen, die mir nahestehen und die ehrlich mit mir sind. Nicht um Ratschläge zu bekommen – sondern um das, was im Kopf kreist, einmal laut werden zu lassen.


Schreiben. Ich habe über die Situation geschrieben. Aus meiner Perspektive. Aus der Perspektive einer Freundin. Aus der Vogelperspektive. Was passiert, wenn ich so weitermache? Was passiert, wenn ich es ändere? Das Schreiben hat mir Dinge gezeigt, die das Denken alleine nicht geschafft hätte.


Natur. Viele meiner klarsten Momente hatte ich nicht am Schreibtisch, sondern draußen. Wenn der Kopf aufhört zu arbeiten – fängt manchmal etwas anderes an.


Mein inneres Team. Welcher Teil von mir will das? Welcher Teil hat Angst? Was braucht der ängstliche Teil, damit der mutige Teil auch mal das Wort bekommt?

Das klingt nach viel. In der Praxis waren es oft nur kurze Momente der Stille. Kurze Fragen. Kleine Verschiebungen.

Lust auf eine kleine Übung? – fünf Minuten, Stift und Papier


Hier ist eine Reflexionsübung eingebaut. In einem Orangefarbigen Klecks steht die Anleitung. In drei grünen Kästen, die drei Reflexionsfragen.

Und du?


Kennst du dieses Gefühl – dass du weißt, etwas stimmt nicht mehr? Aber auf die Frage, was stattdessen kommen soll, ist da erst einmal Stille?

Vielleicht magst du mir davon erzählen, was dir in solchen Momenten hilft. Schreib es in die Kommentare. Ich lese alles.


Und falls du gerade mittendrin bist und nicht nur lesen, sondern auch etwas tun möchtest – ich habe aktuell etwas für dich.

Wer sich für meinen Newsletter anmeldet, bekommt den Mentalen 1. Hilfe-Koffer kostenlos dazu. Ein kompakter Kurs für genau diese Momente, wenn der Kopf blockiert und du wieder handlungsfähig werden willst. Nicht über noch mehr Nachdenken – sondern über deine Sinne. Mit praktischen und einfachen Übungen, auch für einen vollen Alltag. (Newsletter-Anmeldung ist auf der Kursseite ganz oben – einfach hochscrollen. 😊)


Zum Schluss


Danke, wenn du bis hierhin gelesen hast! Jetzt wünsche ich dir und deinen Lieben eine fantastische Frühlingszeit. Ich hoffe, dich plagen die Pollen nicht ganz so wie mich.

Falls wir uns im Newsletter wiedersehen, freut mich das wie Bolle.

Und auf mich warten jetzt diese zwei Nasen.


Zwei Hunde, grau und langhaarig, sitzen vor dem Betrachter und blicken direkt in die Kamera.

Das bedeutet: Der Wald ruft.


 
 
 

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Ich begleite Menschen als Coach, Kunsttherapeutin und Lektorin – mit Feingefühl, Struktur und einem offenen Herzen.

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