Zwischen Gesprächen und Geschichten
- Michaela Diesch

- 31. März
- 5 Min. Lesezeit
Rückblick auf die Leipziger Buchmesse – und was in den nächsten Wochen geplant ist
Eine Woche ist schon wieder vergangen, aber die Eindrücke, die die Leipziger Buchmesse in meinem Kopf hinterlassen hat, wirken noch ordentlich nach.
Vier Tage voller Gespräche, Begegnungen und Gedanken, die sich noch nicht alle sortiert haben – und vielleicht auch gar nicht sortieren müssen.
Was bleibt? Der Traum, mein erstes eigenes Buch fertigzuschreiben.
Die Freude, mit Menschen an ihren Träumen und Geschichten zu arbeiten.
Und das Wissen, um die kräftezehrende Arbeit, die hinter den Träumen und niedergeschriebenen Geschichten oft liegt.

Das war nach der Ticketkontrolle mein erstes Bild von der Leipziger Buchmesse 2026. Ein schönes Motto, wie ich finde.
96 Stunden Buchbubble in Leipzig
Diese 96 Stunden habe ich natürlich nicht komplett auf dem Messegelände verbracht. Etliche Stunden waren für Schlaf reserviert. Für eine positive Messeerfahrung ein nicht ganz unwichtiger Part. :-)
Dieses Mal hatte ich die wundervolle Annika Bühnemann als Zimmer- und Messebegleitung. Und das hat nicht nur zur Erholung beigetragen, sondern auch Raum für entspannten fachlichen Austausch gegeben. Mit den Gedanken aus diesen Gesprächen spiele ich gerade fröhlich in meinen Reflexionsrunden.
Worüber sich zwei Coaches und Wortbegeisterte nach einem langen Messetag austauschen?
Über das Schreiben, über Zweifel, über das, was funktioniert – und das, was eben nicht funktioniert. Und darüber, dass beides dazugehört.
Und über Dankbarkeit.
Ich persönlich bin tatsächlich sehr dankbar, dass ich in der Coronazeit über Annika „gestolpert“ bin. Daraus ist für mich so viel Wunderbares entstanden. Wie passend, dass eines ihrer Programme „Wunderwerkstatt“ heißt.
Aber es stand natürlich noch mehr auf der Programmliste, nicht nur Pyjamaparty mit Annika.
Donnerstag gondelte ich erst mal entspannt und ohne Termine über die Messe. Für einen Donnerstag war es schon knackig voll. Aber die ersten Bücher landeten auf meiner Einkaufsliste und die Kaffeestände waren noch in Sichtweite, wenn man sich in die Wartereihe stellte.
Was mich immer wieder berührt: Wenn Menschen sich zusammentun, um sich bei der Verwirklichung ihrer Träume zu unterstützen. Auf der Leipziger Buchmesse fand ich dafür wieder so viele Beispiele.
Eines davon war der Sternenfall-Stand. Ein Stand, bei dem sich mehrere unabhängige Fantasyautor*innen alle Aufgaben und Kosten teilen. Anja Lehmann, eine mega Autorin und liebe Freundin, gehört zu dieser famosen Gruppe. Und weil das eine wirklich lustige Truppe ist, ging es mit ihnen gleich zum Abendessen.
Freitag stand dann ganz im Zeichen von Vernetzung. Mit Standdiensten beim VFLL (Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren e. V.) und bei den Mörderischen Schwestern vergingen die Stunden wie im Flug.
Es ist einfach immer wieder schön, Zeit mit Menschen zu verbringen, die Geschichten denken, bauen und begleiten.
In diesen Gesprächen habe ich auch mein Coaching ABC für Lektor*innen vorgestellt.
Ein Format, das im vergangenen Jahr entstanden ist – aus genau diesen Schnittstellen heraus: zwischen Textarbeit und Prozessbegleitung.
Bei der Erstellung habe ich wieder gemerkt, wie viel Freude es mir macht, solche Formate zu entwickeln.
Nicht nur, weil sie Wissen vermitteln. Sondern weil sie Räume öffnen.
Für Gespräche. Für neue Perspektiven. Und für die Frage, was Schreiben eigentlich noch ist – jenseits vom fertigen Text.

Und es wurde uns ein wunderbarer Sonnenuntergang geschenkt. Die Welt kann bunt! Nur wir Menschen scheinen da noch Nachhilfebedarf zu haben.
Am Samstag war dann Premierentag. Ich durfte bei der Autor*innenrunde mitwirken – organisiert von Leander Wattig. (Das ist so ein großartiges Format. Hut ab für diese famose Orga.)
Ich habe dort eine Tischrunde zum Thema „Mentaler 1. Hilfe Koffer für Autor*innen“ geleitet.
Es ging um diese Momente, die man von außen oft nicht sieht:
Wenn Gedanken anfangen zu springen. Wenn der Körper schneller reagiert als der Verstand. Wenn man sich von sich selbst blockiert fühlt.
Und darum, wie man in solchen Momenten wieder handlungsfähig werden kann.
Doch bevor ich selbst aktiv werden durfte, hatte ich Gelegenheit, ganz viele Impulse einzusammeln.
Jessica Kaluza hat mir einen neuen Blick auf Pinterest als Möglichkeit für Autor*innen und ihr Marketing eröffnet.
Alexandra Brosowski hat Klartext über ein wichtiges Thema gesprochen – Geld. Danke dafür. Denn so schön es auch ist, seine Träume zu verfolgen, der Körper braucht Nahrung.
Wenn das Marketing steht und das Konto gefüllt ist, muss man ja „nur noch“ schreiben. Aber wie bleibt man denn nun dran, an seinem Schreibprojekt? Vor allem, wenn das eigene Denken vielleicht nicht den gängigen Normen entspricht. Juri Pavlovic hatte hier tolle Anregungen und Tipps.
Und mit Franzi von Textklänge haben wir an unserer Sprechstimme gearbeitet. Jetzt kann ich mit meinen ersten geschriebenen Kapiteln schon einmal fleißig für Lesungen üben. :-)
Träumen ist ja erlaubt.
Ja … und dann war ich selbst dran. Das Herz klopfte doch ein wenig, aber es waren zwei wundervolle Runden mit tollen Menschen, die meinem Thema durch ihre Erfahrungen und Struggles noch einmal eine ganz besondere Tiefe verliehen haben. Vielen Dank dafür!

Und dieses rote Köfferchen wird mich ab sofort immer daran erinnern. Vielleicht nehme ich es ja mal wieder mit auf eine Reise.
Der Sonntag ermöglichte mir dann ein angenehmes „Auslaufen“. Nach nochmaligen Standdiensten beim VFLL und den mörderischen Schwestern verließ ich schwer bepackt die Messe.
Vielen Dank an all die Menschen, die an etwas arbeiten, das oft von außen romantischer aussieht, als es ist.
Denn Schreiben, Lektorieren, kreatives Arbeiten – das ist nicht immer leicht.
Es ist oft auch schattig.
Zweifel gehören dazu. Unsicherheit auch. Und die Frage, ob das alles irgendwohin führt.
Trotzdem oder genau deswegen:
Diese vier Tage haben gutgetan.
Nicht, weil ich jetzt einen Masterplan habe. Sondern weil ich wieder gemerkt habe, wir sind mehr, als man meint.
Und jetzt …
Jetzt stehen erst einmal ruhigere Tage an. Das ist gut so, denn so ein wenig Messeblues ist schon in mir.
Aber wofür hat man schließlich den Osterhasen? Der liefert jetzt erst mal Ablenkung. Denn bei uns werden die Osternester noch immer versteckt. (Meine Kinder sind 18 und 21 Jahre.) Da muss Mutter helfen, denn die Verstecke dürfen inzwischen richtig fies werden. He, he …
Ich freue mich auf diese Zeit, die nichts leisten muss.
Danach kommt das nächste Seminar in Hamburg. Mein Brotjob. Der Teil, der mich finanziell trägt.

Warum hier eine Schildkröte zu sehen ist? Die hat meine Seminarteilnehmer und mich bei meinem letzten Seminar begleitet.
Soll ich hier auch mal zu Themen wie
Konflikt-, Zeit-, Selbstmanagement oder Resilienz schreiben?
Falls da Interesse besteht, einfach schreiben. Ich freue mich.
Und dann:
Keine Ausreden mehr.
Der Cosy Crime wartet. Denn fürs zweite Halbjahr hüpft schon eine zweite Idee in meinem Kopf herum.
Ja, und dann gibt es noch unseren Ponyhof. Hier entsteht gerade auch etwas Neues. Etwas, was ich mir schon richtig lange wünsche. Der Anfang ist bereits gemacht und die Vorfreude brizzelt in jeder Nervenzelle. Aber davon erzähle ich beim nächsten Mal.
Und du?
Wo bist du gerade unterwegs?
Noch im Denken? Schon im Tun? Oder irgendwo dazwischen?
Wenn du magst …
und dich Einblicke in kreative Prozesse, Zweifel, Entscheidungen und kleine Fortschritte interessieren, dann hüpf doch in meinen monatlichen Newsletter.
Dort teile ich Gedanken, Werkzeuge und Entwicklungen – ruhig, reflektiert und ohne Druck.
Ich freue mich, wenn wir dort in Verbindung bleiben.
Zum Schluss
Danke, wenn du bis hierhin gelesen hast! Jetzt wünsche ich dir und deinen Lieben eine fantastische Osterzeit. Vielleicht hast du die Möglichkeit, für kurze Zeit, den Alltag Alltag sein zu lassen. Das würde mich freuen. Denn Abstand ermöglicht uns oft einen differenzierten Blick auf das, was als Nächstes ansteht.
Und auf die Frage: Was will ich eigentlich wirklich?
So, und jetzt gibt es erst einmal ein Tässchen Tee.




Es war schön dich kennenzulernen. Ich fand deinen Vortrag bei der Tischrunde so gut und habe erst vor wenigen Tagen einen Tipp von dir umgesetzt 😊
Liebe Grüße und bis ganz bald,
Jessi